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Tradelens mit SAP verbinden

Tradelens mit SAP verbinden

Dokumente und Informationen rechtssicher zwischen Geschäftspartnern auszutauschen, ist Voraussetzung für effizientes Supply Chain Management. Nur wenn jederzeit nachgewiesen werden kann, dass keine Datenmanipulation erfolgt ist, können wichtige Unterlagen wie die Bill of Lading oder Versicherungspolizzen in digitaler Form anerkannt werden. TradeLens schafft mit seiner Blockchain Lösung die Voraussetzung und gewährleistet seinen Teilnehmern Rechtssicherheit und Zuverlässigkeit im Bezug auf transportrelevante Unterlagen, Statusinformationen sowie Auftragsinformationen. Wir haben daher einen Connector-Dienst entwickelt, welcher den Datenaustausch zwischen ERP-/WMS-/TMS-Systemen wie SAP und TradeLens binnen kurzer Zeit auf sichere Weise ermöglicht.

Die meisten SAP ECC und S/4HANA Systeme tauschen Auftrags- oder Transportdaten über RFC und IDoc mit anderen Systemen aus. Dies ist der jahrzehntelang etablierte Standardweg. TradeLens hingegen setzt auf REST-Dienste sowie JSON mit einer ausgeklügelten modifizierten OAuth2-Authentikation. Jeder Teilnehmer bei TradeLens verwaltet seine Accounts selbständig in der IBM Cloud; das ist Bestandteil der TradeLens Lösung.

Folglich müssen vier Maßnahmen zur Verbindung von SAP und TradeLens ergriffen werden, die wir jetzt schrittweise näher erläutern:

  1. Authentication zwischen SAP und TradeLens, sodass nur autorisierte Anfragen bearbeitet werden.
  2. Konvertierung des XML-Datenformats (IDoc/RFC) in JSON und vice versa.
  3. Mapping der Datenfelder zwischen beiden Systemen
  4. Asynchrone Antwortverarbeitung von TradeLens an SAP.

Authentication, Konvertierung, Mapping und asynchrone Antwortverarbeitung sind die Kernpunkte der SAP-TradeLens-Kommunikation

In TradeLens selbst müssen zwei Konfigurationen ergriffen werden. Erstens müssen die Events ausgewählt werden, welche von Interesse sind. Zweitens muss ein Webhook definiert werden, an welchen die Informationen zu diesen Events geschickt werden, so z.B. die elektronische Bill of Lading (eBL), sobald diese erstellt wurde.

Wie sieht die Kommunikation beider Systeme im Detail aus und welche Aktivitäten finden dabei statt?

 

Nehmen wir an, dass in einem SAP ECC-System Versandaufträge für einen Frachtführer erzeugt werden (es sei betont: Selbstverständlich gilt dasselbe für S/4HANA). Diese liegen in einem Shipment IDoc SHPMNT05 vor und werden über RFC einem Empfänger zur Verfügung gestellt, der im Screen SM59 definiert ist. Erster Schritt ist die sichere Übermittlung des Shipment IDoc an eine Automatisierungsplattform, welche aus der darin enthaltenen Information eine entsprechende Abfrage in TradeLens erzeugt. In der Regel werden das die Carrier Booking Number (CBN) sowie die Containernummer sein oder die Bill of Lading (BoL) sowie die Containernummer. Eine der beiden Kombinationen benötigt TradeLens nebst technischer Daten zur sicheren Identifikation des Transportauftrags.

Die Automatisierungsplattform übernimmt jetzt die Autentication sowie Konvertierung und Übermittlung des IDoc-Inhaltes an TradeLens im geforderten JSON-Format und avisiert auf diese Weise den Transportauftrag gegenüber TradeLens. TradeLens stellt als Antwort eine Transaktionsnummer zur Verfügung, welche als eindeutige Referenz für die Avisierung dient. Diese kann in einer Datenbank protokolliert werden oder an SAP zur Dokumentation – z.B. als IDoc – übergeben werden.

 

IDocs werden korrekt in TradeLens Datensätze übersetzt

Der Auftrag ist in TradeLens bekannt, der Frachtführer kann zu diesem Auftrag unter Angabe der beiden Identifikationsmerkmale CBN und Containernummer bzw. BoL und Containernummer weitere Transportevents wie die Übergabe an einen Reeder in TradeLens anreichern. Zudem kann ein Transportversicherer Polizzendaten an TradeLens übermitteln und ein Terminalbetreiber Ankunft bzw. Verladung des Containers an TradeLens melden. Die Blockchain wird gefüllt – fälschungssicher und für berechtigte Transportteilnehmer einsehbar.

Kommunikation mit und ohne sicheren On-Premise Agent

 

TradeLens sendet Daten an SAP

Wie erhält der Versender – oder der Empfänger – des Containers jedoch Status-Updates während des Transports? Änderungen im Expected Time of Arrival (ETA) und Bekanntgabe des Actual Time of Arrival (ATA) sind begehrte Informationen, die in der Regel weitere Produktionsprozesse oder Meldeketten wie die Fakturierung auslösen.

Hier kommt der vorgenannte Webhook in der Automatisierungsplattform zum Einsatz, welcher von TradeLens aufgerufen wird, sobald ein interessantes (d.h. subskribiertes) Event in TradeLens mit Daten bestückt wurde. Diese Daten werden an den Webhook übermittelt, der anschließend die Informationen in ein IDoc umwandelt oder über einen RFC-Aufruf direkt an SAP zurückmeldet. Konvertierung, Mapping sowie sichere Übertragung gewährleistet die Automatisierungsplattform, die in der Regel mit einem sogenannten On-Premise-Agent in der demilitarisierten Zone (DMZ) des SAP Systems sicher verbunden ist. Wir haben in einem separaten Artikel diese sichere Architektur beschrieben, sodass keine Inbound Port-Öffnungen auf der Firewall nötig sind.

Sicherheit beim Zugang zu SAP hat oberste Priorität

SAP verarbeitet die Information im Rahmen seiner normalen Prozesse und kann dies auch im Standard SAP-Monitoring protokollieren. TradeLens erscheint folglich wie ein verlängerter Arm des eigenen ERP-Systems.

CRM, Kundenreporting und Transportmanagement

Im Gegensatz zu einer Point-to-Point Anbindung, bei welcher der vorgenannte Datenaustausch durch eine ABAP-Programmierung in SAP direkt vorgenommen werden könnte, erlaubt die Automatisierungsplattform neben einer schnelleren und vor allem transparenterer Umsetzung auch die Erweiterung des Anwendungsfalles.

 

So können Statusinformationen über den Transport an ein CRM System wie Salesforce oder in ein Kundenreporting sowie Data Warehouse wie Snowflake/PowerBI/Tableau übermittelt und dort graphisch aufbereitet werden. So lässt sich der Transportverlauf z.B. auf Google Maps darstellen oder die gesamte Supply Chain Bewegungen in einem Transportmanagement System als „Digital Twin“ speichern. Auf diesen Wegen haben Kunden, Lieferanten, Produzenten, Versender und Management jederzeit Transparenz über den Verbleib ihrer Güter. Geofencing lässt sich darüber ebenfalls realisieren wie Push-Nachrichten in einen MS Teams Kanal an den Customer Service im Falle von Transportstörungen.

SAP-TradeLens Connector by Business Automatica GmbH

Um diese Anwendungsfälle zügig in den jeweiligen Gegebenheiten eines SAP-Systems realisieren zu können, hat Business Automatica GmbH einen entsprechenden Connector zu TradeLens entwickelt und um eine anpassbare Implementierungsvorlage zu SAP ECC bzw. S/4HANA erweitert. Individuelle Daten-Mappings (z.B. in der SHPMNT05) können so schnell vorgenommen werden, da die technische Basis bereits vorliegt sowie die Anbindung an SAP mittels Konfiguration durchgeführt wird. Zudem sind die Einstellungen im SAP System genau dokumentiert, sodass der SAP Basisbetrieb diese kurzfristig vornehmen kann.

 

Ein sicherer On-Premise-Agent wird auf Wunsch auf einer virtuellen Linux oder Windows Maschine installiert, sodass keine Inbound-Portfreigaben auf der Firewall nötig sind.

 

Bei der Konfiguration der IBM Cloud Authentication sowie der Auswahl der Events in TradeLens ist Business Automatica GmbH bei Bedarf auch behilflich, sodass TradeLens und SAP binnen kürzester Zeit miteinander die gewünschten Daten austauschen können.

The sky is the limit

Sollte der Anwendungsfall auf andere Systeme erweitert werden, so gibt es für Ihre Kreativität keine Limits: Auf den Willen und die Vorstellungskraft kommt es an.

 

Über Business Automatica GmbH:

Business Automatica senkt Prozesskosten durch Automatisierung manueller Tätigkeiten, hebt die Qualität beim Datenaustausch in komplexen Systemarchitekturen und verbindet On-premise Systeme mit modernen Cloud- und SaaS-Architekturen.