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NIST Cybersecurity Framework

NIST Cybersecurity Framework

Für eilige Leser:

  • Umfassender Schutz: Das NIST Cybersecurity Framework (CSF) bietet eine strukturierte und flexible Herangehensweise zur Identifizierung, Bewertung und Minderung von Cyber-Risiken und umfasst die Hauptfunktionen Identifizieren, Schützen, Erkennen, Reagieren und Wiederherstellen.
  • Wichtige Neuerungen in CSF 2.0: Einführung der neuen “Govern”-Funktion, verstärkte Internationalisierung, aktualisierte Kategorien für moderne Bedrohungen wie Cloud-Sicherheit und IoT sowie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren.
  • Praktische Umsetzung: Organisationen sollten sich eingehend mit den Änderungen vertraut machen, ihre aktuellen Cybersicherheitsmaßnahmen bewerten, Mitarbeiter schulen und ihre Prozesse anpassen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

NIST Cybersecurity Framework

Unternehmen und Organisationen aller Größen müssen sich vor einer ständig wachsenden Zahl von Cyber-Bedrohungen schützen und ein robustes Risikomanagement implementieren. Das NIST Cybersecurity Framework (CSF) ist eines der umfassendsten und anerkanntesten Werkzeuge, um diese Herausforderung zu bewältigen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf das NIST Cybersecurity Framework und die geplante Einführung der Version CSF 2.0.

Was ist das NIST Cybersecurity Framework?

Das NIST Cybersecurity Framework, entwickelt vom National Institute of Standards and Technology (NIST) der USA, ist ein Leitfaden für Organisationen, um ihre Cybersicherheitsmaßnahmen zu bewerten, zu verbessern und zu verwalten. Ursprünglich 2014 veröffentlicht, bietet das Framework eine strukturierte und flexible Herangehensweise zur Identifizierung, Bewertung und Minderung von Cyber-Risiken. Es besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Core mit den nachstehend beschriebenen Hauptfunktionen, den Implementation Tiers zur Bewertung der Cybersecurity-Reife und den Profiles, die den aktuellen und angestrebten Cybersecurity-Zustand darstellen.

Die NIST CSF 1.1, veröffentlicht 2018, erweitert das ursprüngliche Framework durch verbesserte Authentifizierung und Identitätsverwaltung, Berücksichtigung von Lieferkettenrisiken, Einführung von Metriken zur besseren Überwachung und eine optimierte Kommunikation über Cybersecurity-Themen.

Aufbau des NIST Cybersecurity Frameworks

Core – Das Herzstück des Frameworks

Das Framework besteht aus fünf Hauptfunktionen, die den Kern der Cybersicherheitsaktivitäten einer Organisation bilden. Diese Funktionen sind in Kernkategorien und Unterkategorien unterteilt, die spezifische Ergebnisse und Aktivitäten beschreiben. Dies ermöglicht es Organisationen, ihre Cybersicherheitslage systematisch zu bewerten und kontinuierlich zu verbessern. 

 

Identify (Identifizieren): Verstehen der Organisationsumgebung, um kritische Ressourcen und mögliche Risiken zu identifizieren.

Beispiel: Eine Organisation führt eine detaillierte Bestandsaufnahme ihrer IT-Assets durch, um alle Hardware, Software und Datenbestände zu erfassen. Dabei identifiziert sie kritische Systeme, die besonders geschützt werden müssen, und bewertet die damit verbundenen Risiken.

Protect (Schützen): Entwicklung und Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen, um kritische Infrastrukturen durch ein effektives Risikomanagement zu sichern.

Beispiel: Die Organisation implementiert Firewalls, Antivirenprogramme und Verschlüsselungstechniken, um ihre Netzwerke und data assets vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Darüber hinaus schult sie ihre Mitarbeiter regelmäßig in Best Practices der Cybersicherheit, um menschliche Fehler zu minimieren.

Detect (Erkennen): Implementierung von Maßnahmen, um Cyber-Sicherheitsereignisse rechtzeitig zu identifizieren.

Beispiel: Die Organisation setzt ein Intrusion Detection System (IDS) ein, das kontinuierlich den Netzwerkverkehr überwacht und Alarm schlägt, wenn verdächtige Aktivitäten erkannt werden. Dadurch kann sie potenzielle Bedrohungen frühzeitig identifizieren.

Respond (Reagieren): Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen, um auf identifizierte Cyber-Sicherheitsvorfälle zu reagieren.

Beispiel: Nachdem eine Sicherheitsverletzung entdeckt wurde, aktiviert die Organisation ihren Incident-Response-Plan. Ein spezialisiertes Team analysiert den Vorfall, isoliert betroffene Systeme und beginnt mit der Eindämmung des Schadens, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Recover (Wiederherstellen): Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Wiederherstellung von Diensten und Fähigkeiten nach einem Cyber-Sicherheitsvorfall sind zentrale Aspekte des managements von Cybersicherheitsrisiken.

Beispiel: Nach einem Cyberangriff stellt die Organisation ihre Systeme und Daten aus sicheren Backups wieder her. Sie überprüft und verbessert ihre Sicherheitsprotokolle und -richtlinien, um zukünftige Angriffe zu verhindern und sicherzustellen, dass der Geschäftsbetrieb schnell wieder aufgenommen werden kann.

 

Implementation Tiers

Die Implementation Tiers des NIST Cybersecurity Frameworks (CSF) spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung und Verbesserung der Cybersecurity-Praktiken einer Organisation. Sie bieten einen strukturierten Ansatz, um den Reifegrad und die Effektivität der Sicherheitsmaßnahmen zu beurteilen. Die Tiers sind als eine Möglichkeit zu verstehen, die aktuelle und angestrebte Cybersecurity-Umgebung zu beschreiben und die Übereinstimmung mit den Unternehmenszielen und der Risikobereitschaft zu bewerten. Die Implementation Tiers sind in vier Stufen unterteilt, von Tier 1 bis Tier 4. Jede Stufe repräsentiert einen zunehmenden Grad an Cybersecurity-Reife und Risikomanagement-Fähigkeiten.

Profiles

Profiles sind eine Art von Werkzeug innerhalb des NIST CSF, das Organisationen dabei unterstützt, ihre Cybersecurity-Bedürfnisse und Prioritäten zu identifizieren und zu dokumentieren. Sie sind eine Momentaufnahme der aktuellen Cybersecurity-Umgebung und der angestrebten Ziele, basierend auf den fünf Kernfunktionen des Frameworks.

Update: NIST Cybersecurity Frameworks (CSF) 2.0

Seit seiner Einführung hat sich das NIST Cybersecurity Framework (NIST CSF) als entscheidendes Werkzeug zur Verbesserung der Cybersicherheit und des Risikomanagements etabliert. Das ursprüngliche NIST CSF von 2014 enthält Leitlinien, die Unternehmen helfen sollen, ihre Cybersicherheit zu verbessern, IT-Sicherheitsrisiken zu managen und sich vor Cyberbedrohungen zu schützen.

Im Jahr 2023 kündigte NIST die Veröffentlichung der Version 2.0 des Frameworks an, um den sich ändernden Bedrohungslandschaften und technologischen Fortschritten Rechnung zu tragen.  Die aktuellen Updates für NIST CSF 2.0 wurden unter Berücksichtigung von Nutzerfeedback entwickelt und zielen darauf ab, zeitgemäße Cybersicherheitsanforderungen zu erfüllen und aktuelle Gefahren effektiv abzuwehren.

 

Wichtige Änderungen und Neuerungen in NIST CSF 2.0

  • Govern-Funktion: Die neue Govern-Funktion innerhalb des NIST CSF 2.0 stellt eine bedeutende Erweiterung dar und zielt darauf ab, die Cybersicherheitsstrategie und -verwaltung auf eine umfassendere und strategischere Ebene zu heben.
  • Erweiterte Internationalisierung: Die neue Version berücksichtigt verstärkt internationale Normen und Standards, um die globale Anwendbarkeit des Frameworks zu erhöhen. Dies erleichtert es multinationalen Unternehmen, einheitliche Cybersicherheitsstrategien zu implementieren.
  • Aktualisierte und neue Kategorien: Version 2.0 enthält aktualisierte Kategorien und Unterkategorien, die aktuelle Bedrohungen und Technologien widerspiegeln. Beispielsweise wurden Themen wie Cloud-Sicherheit, künstliche Intelligenz und Internet der Dinge (IoT) stärker in CSF 2.0 integriert.
  • Förderung der Zusammenarbeit: Ein Schwerpunkt der neuen Version liegt auf der Förderung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren und Organisationen. Es wurden Leitlinien entwickelt, um den Informationsaustausch und die gemeinsame Reaktion auf Bedrohungen zu verbessern.
  • Verbesserte Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit: NIST hat Anstrengungen unternommen, das Framework zugänglicher und benutzerfreundlicher zu gestalten. Dies umfasst klarere Anleitungen und Beispiele für die Umsetzung der Maßnahmen in verschiedenen Organisationsgrößen und -typen.

Umsetzung von NIST Cybersecurity Framework (CSF) 2.0

Organisationen, die das NIST Cybersecurity Framework bereits nutzen, sollten die neue Version gründlich überprüfen und ihre bestehenden Programme entsprechend aktualisieren. Hier sind einige Schritte zur Umsetzung von CSF 2.0:

  1. Verständnis des Frameworks: Unternehmen sollten sich zunächst eingehend mit den Änderungen und Erweiterungen in Version 2.0 vertraut machen. Dazu gehört das Studium der neuen Dokumentation und Leitlinien, um die Unterschiede zur vorherigen Version zu verstehen.
  2. Bewertung der aktuellen Lage: Analysieren Sie Ihre bestehende Cybersicherheitsmaßnahmen und -prozesse und identifizieren Sie Bereiche, die mit den neuen Anforderungen und Empfehlungen der Version 2.0 übereinstimmen oder angepasst werden müssen.
  3. Schulung und Sensibilisierung: Schulen Sie Ihre Mitarbeiter über die Änderungen und Neuerungen in Version 2.0, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten die neuen Best Practices verstehen und anwenden können.
  4. Integration in bestehende Prozesse: Passen Sie Ihre bestehenden Cybersicherheitsprozesse und -verfahren an, um die neuen Kategorien und Unterkategorien des Frameworks zu integrieren.
  5. Kontinuierliche Verbesserung und Erhöhung der Informationssicherheit: Nutzen Sie die neuen Funktionen und Leitlinien, um Ihre Cybersicherheitsstrategien kontinuierlich zu verbessern und an die sich ändernde Bedrohungslandschaft anzupassen.

Die finale Fassung des NIST CSF 2.0 wird Ende 2024 erwartet. Die geplanten Änderungen können unter diesen Link eingesehen werden.

Fazit / Ausblick

Das NIST Cybersecurity Framework ist ein unverzichtbares Werkzeug für Organisationen, um ihre Cybersicherheit systematisch und effektiv zu verwalten. Mit der Einführung von CSF 2.0 wird das Framework noch leistungsfähiger und anpassungsfähiger an die aktuellen Herausforderungen und Technologien. Durch die Umsetzung der neuen Best Practices und Leitlinien können Unternehmen ihre Cybersicherheitslage erheblich verbessern und besser auf zukünftige Bedrohungen vorbereitet sein.

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